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Internationale Durchsuchungen und Festnahmen nach Menschenhandel - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mainz-

10. Juli 2026 um 11:35 Uhr

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Der Fachbereich Menschenhandel der Kriminaldirektion Mainz führt

unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Gießen seit September

2025 ein verdecktes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des

Menschenhandels, des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern

sowie der Geldwäsche gegen eine bundesweit agierende Tätergruppierung

brasilianischer Herkunft.

Die Gruppierung soll über mehrere Jahre hinweg Transpersonen aus

Brasilien nach Deutschland geschleust haben, um sie hier im Rahmen

der Prostitution finanziell auszubeuten.

Aufgrund der internationalen Bezüge wurde im Januar bei EUROPOL eine

Operational Task Force eingerichtet, der unter anderem auch Brasilien

angehört.

Durch die Vernehmung mehrerer Geschädigter, verdeckte

Ermittlungsmaßnahmen sowie Finanzermittlungen konnte der Tatverdacht

erhärtet werden. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand mussten die

Geschädigten eine einmalige Servicegebühr in Höhe von 10.000 Euro

sowie eine wöchentliche Servicegebühr entrichten. Darüber hinaus

waren sie verpflichtet, 50 Prozent ihrer Einnahmen abzuführen. Im

Falle einer Weigerung oder eines beabsichtigten Ausstiegs wurde ihnen

mit Repressalien gegenüber Angehörigen im Heimatland sowie mit einer

Anzeige bei den deutschen Behörden wegen eines illegalen Aufenthalts

gedroht.

Die Ermittlungen führten zum Erlass mehrerer Durchsuchungsbeschlüsse

gegen Beschuldigte sowie zweier Haftbefehle gegen die mutmaßlichen

Hauptbeschuldigten.

Diese wurden in der vergangenen Woche in Köln, Düsseldorf und im Raum

Siegen mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte sowie von EUROPOL

vollstreckt. Die beiden festgenommenen Beschuldigten wurden

anschließend dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Gießen

vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle in Vollzug. Im Anschluss

wurden die Beschuldigten in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

In Brasilien wurden Bankkonten und ermittelter Immobilienbesitz

gepfändet. Darüber hinaus wurden 13 Unternehmen durchsucht, bei denen

es sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um Briefkastenfirmen

handeln dürfte, die zum Zweck der Geldwäsche gegründet worden waren.

Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Polizei Mainz. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗

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